Christian hat Die Känguru Rebellion von Marc-Uwe Kling besprochen (Die Känguru-Chroniken, #5)
Von der Tetralogie zur fünfteiligen Trilogie
5 Sterne
Als absoluter Fan der Känguru-Reihe hat mich Die Känguru-Rebellion natürlich sofort begeistert. Und ein Teil der Freude liegt längst nicht mehr nur im einzelnen Buch, sondern auch in dem wunderbaren Umstand, dass Marc-Uwe Kling seine Reihe nicht einfach brav bei drei Bänden beendet hat. Aus der Trilogie wurde erst eine Tetralogie — und inzwischen bewegt sich das Ganze sehr schön in Richtung jener herrlich absurden Logik, die man von Douglas Adams und seiner legendären „fünfbändigen Trilogie“ aus Per Anhalter durch die Galaxis kennt. Genau dieser selbstironische Umgang mit Reihen, Fortsetzungen und literarischen Konventionen passt perfekt zum Känguru-Kosmos.
Denn natürlich ist es ein Witz, von einer immer weiterwachsenden Trilogie zu sprechen — aber eben ein sehr passender. So wie bei Adams die Form schon Teil des Humors war, steckt auch hier in der bloßen Existenz weiterer Bände bereits ein Versprechen: Diese Welt ist zu schräg, zu wortwitzig und zu anarchisch, …
Als absoluter Fan der Känguru-Reihe hat mich Die Känguru-Rebellion natürlich sofort begeistert. Und ein Teil der Freude liegt längst nicht mehr nur im einzelnen Buch, sondern auch in dem wunderbaren Umstand, dass Marc-Uwe Kling seine Reihe nicht einfach brav bei drei Bänden beendet hat. Aus der Trilogie wurde erst eine Tetralogie — und inzwischen bewegt sich das Ganze sehr schön in Richtung jener herrlich absurden Logik, die man von Douglas Adams und seiner legendären „fünfbändigen Trilogie“ aus Per Anhalter durch die Galaxis kennt. Genau dieser selbstironische Umgang mit Reihen, Fortsetzungen und literarischen Konventionen passt perfekt zum Känguru-Kosmos.
Denn natürlich ist es ein Witz, von einer immer weiterwachsenden Trilogie zu sprechen — aber eben ein sehr passender. So wie bei Adams die Form schon Teil des Humors war, steckt auch hier in der bloßen Existenz weiterer Bände bereits ein Versprechen: Diese Welt ist zu schräg, zu wortwitzig und zu anarchisch, um sich ordentlich in drei Teile pressen zu lassen. Dass die Reihe weiterlebt, wirkt deshalb nicht wie künstliche Verlängerung, sondern wie die einzig konsequente Form des literarischen Ungehorsams.
Auch inhaltlich passt das sehr gut. Das Känguru rebelliert nicht nur gegen konkrete Missstände, sondern gleich gegen „die Zustände“ überhaupt — und damit gegen eine Welt, die ohnehin ständig wie eine Satire ihrer selbst wirkt. Marc-Uwe Kling bleibt dabei seinem Stil treu: Wortwitz, absurde Dialoge, pointierte Gesellschaftskritik und genau die richtige Mischung aus Unsinn und Intelligenz. Das Buch ist kurzweilig, sehr komisch und zugleich getragen von jener leicht aufgedrehten Grundhaltung, die die Reihe seit jeher auszeichnet.
Gerade im Zusammenspiel mit dem Gedanken der „fünfbändigen Trilogie“ bekommt das Buch für mich noch einen zusätzlichen Charme. Die Känguru-Bände sind längst mehr als eine einfache Fortsetzungsgeschichte; sie sind ein fortlaufender Running Gag über Literatur, Politik, Alltag und das Erzählen selbst. Deshalb fühlt sich jeder neue Band weniger wie „noch einer“ an, sondern eher wie ein weiterer Beweis dafür, dass gute Reihen manchmal genau dann am besten sind, wenn sie sich nicht an ihre eigene Abschlusslogik halten.
Für mich funktioniert Die Känguru-Rebellion genau deshalb so gut: als Wiedersehen mit vertrautem Chaos, als Fortsetzung mit Witz und als liebevoller Beweis dafür, dass aus einer Trilogie ruhig eine Tetralogie und am Ende vielleicht sogar eine echte fünfteilige Trilogie werden darf.